Beiträge im Alter

Erfahrungsberichte, Beitragserhöhungen, Versicherungspflicht, gesetzlich oder privat, usw.

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puckpuck
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Re: Beiträge im Alter

Beitragvon puckpuck » 01.06.2026, 18:02

Ich bin kein Makler, möchte aber zu bedenken geben angesichts meiner eigenen Erfahrungen in den Jahren 2025 und 2026:

Beim Augenarzt, Hautarzt, Orthopäden und Neurologen beispielsweise erhalte ich überhaupt nur als Privatversicherter einen Termin. Als gesetzlich Versicherter heißt es, dass kategorisch keine Neupatienten aufgenommen werden. Nur wenn man explizit eine E-Mail an die Praxis schreibt und sagt, dass man privatversichert ist, erhält man einen Termin.

In der Zukunft wird das nicht besser für gesetzlich Versicherte, sondern noch katastrophaler, denn die gesetzliche Krankenversicherung trägt finanziell nichts bei und reduziert auch noch die Leistungen. Ärzte und Krankenhäuser bzw. Radiologien machen mit solchen Patienten einen Verlust. Sie alle sind dringend auf Privatversicherte angewiesen.

Ist es denn finanziell irgendwie möglich, 10 Jahre lang, zumindest bis 65, einfach monatlich 150-350 € oder so in ein ETF-Depot nur für die PKV zu legen? Das könnte man dann langsam entsparen und damit die Beiträge zumindest etwas abpuffern.

PKVLaie
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Re: Beiträge im Alter

Beitragvon PKVLaie » 03.06.2026, 01:36

puckpuck hat geschrieben:Ist es denn finanziell irgendwie möglich, 10 Jahre lang, zumindest bis 65, einfach monatlich 150-350 € oder so in ein ETF-Depot nur für die PKV zu legen? Das könnte man dann langsam entsparen und damit die Beiträge zumindest etwas abpuffern.


Die Frage ist halt, was bringt das?
Nehmen wir den best cast, 350 EUR pro Monat, 10 Jahre lang. Das sind 42000 EUR.
Mit Zinsen/Rendite je nach Erfolg 50000 bis 70000.
Klingt nach viel Geld, sind aber als "ewige Rente" maximal 300 EUR im Monat.

Klingt auch noch ganz gut.
Aber wenn ich auf meinen eigenen Tarif blicke, der hat sich in den letzten 2 Jahren um über 400 EUR erhöht.
Das ist schon heftig.

Es bleibt also die Wahl zwischen Pest und Cholera: Erhebliche Einschränkungen in der medizinischen Versorgung, oder unkalkulierbare PKV-Beiträge.

Natürlich gibt es Tarifalternativen, aber jede hat einen Haken. Man muss also abwägen, welches Risiko man eingeht. Oder man nimmt halt die Erhöhung hin, so werde ich es wohl - wieder einmal - machen!

puckpuck
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Re: Beiträge im Alter

Beitragvon puckpuck » 03.06.2026, 19:33

400 € binnen zwei Jahren sind eine Vollkatastrophe, das gleicht einer Bankrotterklärung: Die Versicherung geht unter, wenn es keine immense Finanzspritze der Mitglieder gibt. Schade, dass man sich seine Altersrückstellungen nicht ausbezahlen kann, wenn durch so eine Erhöhung ein Wechsel in die GKV notwendig wird.

Vorteil des ETF-Depots: Falls die PKV im Alter dann so extrem gestiegen ist, dass die unleistbar ist, kann man das Geld verwenden, um ins Ausland umzuziehen. Da notwendige Leistungen vonseiten der GKV in Deutschland bereits jetzt nicht zu erwarten sind, wird es da mit Sicherheit das ein oder andere Land geben, das im Alter dann besser für einen ist. Sobald man krank ist, ist ein Verbleib in Deutschland und der GKV nur dann eine Option, wenn es kein Land gibt, in dem es besser ist. Wie das in 10 bis 30 Jahren sein wird, wird im negativen Sinne spannend.

Racer76
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Re: Beiträge im Alter

Beitragvon Racer76 » 04.06.2026, 21:25

puckpuck hat geschrieben:Schade, dass man sich seine Altersrückstellungen nicht ausbezahlen kann, wenn durch so eine Erhöhung ein Wechsel in die GKV notwendig wird.


Ein Wechsel von der PKV zurück in die GKV ist per se gar nicht vorgesehen. Es gibt im SGB Konstellationen, die Bürger zu einem Pflichtmitglied der GKV machen. Und nur die Herbeiführung so einer Konstellation macht den Wechsel zurück in die GKV möglich. (Extreme) Beitragserhöhungen im jeweiligen PKV Tarif gehören jedoch keinesfalls dazu.
Bei einem Wechsel von einem PKV Anbieter zu einem anderen kann man auch nur die Rückstellungen bzgl. des Basistarifs "mitnehmen" (aber nur in das neue Kollektiv). Nach dieser Logik müssten dann eigentlich bei Eintritt in die Versicherungspflicht und Rückkehr in die GKV diese Rückstellungen in den Gesundheitsfonds fließen.

puckpuck hat geschrieben:Vorteil des ETF-Depots: Falls die PKV im Alter dann so extrem gestiegen ist, dass die unleistbar ist, kann man das Geld verwenden, um ins Ausland umzuziehen. Da notwendige Leistungen vonseiten der GKV in Deutschland bereits jetzt nicht zu erwarten sind, wird es da mit Sicherheit das ein oder andere Land geben, das im Alter dann besser für einen ist. Sobald man krank ist, ist ein Verbleib in Deutschland und der GKV nur dann eine Option, wenn es kein Land gibt, in dem es besser ist. Wie das in 10 bis 30 Jahren sein wird, wird im negativen Sinne spannend.


Aus meiner Sicht absolut richtig. Daher habe auch ich das ETF-Depot einem Beitragsentlastungstarif vorgezogen. Die Vorteile aus meiner Sicht:
1. bessere Rendite
2. kann flexibel für andere "Projekte" verwendet werden, wie z.B. Umzug, Pufferung bei Gehaltsreduzierung, längerer Auslandsaufenthalt mit geringerem Einkommen
3. ist im Ernstfall (Tod) nicht weg
4. ist verfügbar, wenn man aus Deutschland auswandert

Bei der PKV muss man noch erwähnen, dass es den "Notausgang" Basistarif gibt, der (zumindest nach aktuellen Regeln) einen Deckel nach oben hat.

Was auch ganz oft vergessen wird ist, dass auch die GKV in der Rente nicht umsonst ist. Hat man ein Arbeitsleben lang an der BBG oder darüber verdient hatte und das Glück eine gute Betriebsrente zu haben, dann kann die GKV auch in der KVdR sehr kostenspielig werden. Ich habe im Bekanntenkreis Rentner, die fast den maximalen GKV Satz hinlegen müssen und sich fragen, ob sie in der PKV nicht besser gefahren wären (für die Betriebsrente gibt es keinen Zuschuss von der DRV).
Nebenbei wird oft auch nicht berücksichtigt, dass man im Alter in der GKV immer mehr selbst zuzahlen muss (IGEL, Hilfs- und Heilmittel) und die Zusatzversicherungen, die man haben sollten (Zähne und Krankenhaus) auch noch on top kommen.


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