Hallo zusammen,
ich beschäftige mich aktuell mit einer Tarifoptimierung in meiner privaten Krankenversicherung und würde gern eure Einschätzung hören, welches Vorgehen sinnvoller ist:
eine Optimierung über einen spezialisierten Berater (z. B. KVOptimal) oder direkt über die PKV, in meinem Fall die Allianz. Seitens der Allianz wurde mir der Tarif AM-BS als aktuell neuzugangsstärkster Tarif empfohlen – ich bin mir jedoch unsicher, ob dieser Tarif der Richtige ist.
Kurz zu mir:
Ich bin 61 Jahre alt und seit 27 Jahren privat krankenversichert (zunächst Vereinte, später Allianz). Eine eigenständige Tarifoptimierung traue ich mir mangels Fachkenntnis nicht zu.
Vor fünf Jahren habe ich bereits eine Tarifoptimierung über KVOptimal durchgeführt und bin damals in den Tarif Aktimed Plus 100 gewechselt.
Der Beitrag wurde zuletzt um 13 % erhöht (von 766 € auf 867 €, inkl. 88 € Risikozuschlag, ohne Pflegeversicherung). Auch in den Vorjahren lagen die Anpassungen regelmäßig zwischen 11 % und 14 %, was ich als deutlich zu hoch empfinde – gerade mit Blick auf die kommenden Jahre. Zwar wird oft argumentiert, dass sich die Beiträge ab 65 durch die Altersrückstellungen stabilisieren, eine belastbare Erfahrung dazu habe ich bislang nicht.
In den letzten Jahren hatte ich geringe Gesundheitskosten (unter 1.000 € jährlich) und konnte daher jeweils die maximale Beitragsrückerstattung nutzen. Für 2024 beträgt diese 4.150 €.
Das Rückerstattungssystem erlaubt bis zu 40 % (10 % garantiert + erfolgsabhängig bis 30 %).
Genau dieses System sehe ich jedoch kritisch: Faktisch zahle ich Gesundheitskosten bis zur Höhe der Rückerstattung selbst. Sobald größere Kosten anfallen (z. B. Zahnsanierung oder OP) und ich Leistungen einreiche, entfällt die hohe Rückerstattung komplett und beginnt wieder bei 10 % + 5 %. Für mich fühlt sich das eher wie ein indirekter Selbstbehalt an, der im Leistungsfall zusätzlich „bestraft“.
Daher die zentrale Frage an euch:
Wäre ein Tarif mit klar definiertem, höherem Selbstbehalt langfristig die bessere und fairere Lösung?
Und habt ihr Erfahrungen, ob eine Tarifoptimierung über externe Spezialisten tatsächlich bessere Ergebnisse liefert als direkt über die Allianz?
Vorab vielen Dank für eure Einschätzungen und Erfahrungen.
Gruß aus dem Vogelsberg
Tarifoptimierung über Dienstleister ?
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micha_hensel
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Re: Tarifoptimierung über Dienstleister ?
micha_hensel hat geschrieben:Hallo zusammen,
iGenau dieses System sehe ich jedoch kritisch: Faktisch zahle ich Gesundheitskosten bis zur Höhe der Rückerstattung selbst. Sobald größere Kosten anfallen (z. B. Zahnsanierung oder OP) und ich Leistungen einreiche, entfällt die hohe Rückerstattung komplett und beginnt wieder bei 10 % + 5 %. Für mich fühlt sich das eher wie ein indirekter Selbstbehalt an, der im Leistungsfall zusätzlich „bestraft“.
Das ist ein Denkfehler.
Die Gesundheitskosten, die du selber traegst, reduzieren schlussendlich nur
deine Beitragsrueckerstattung.
Bei meiner Versicherung kann ich Rechnungen einreichen und bekomme sie auch ersetzt.
Um den eingereichten Betrag wird die Rueckerstattung reduziert, ich bleibe aber "schadensfrei"
Re: Tarifoptimierung über Dienstleister ?
Um die gestellte Frage - dynamischer oder ein statischer Selbstbehalt? - zu beantworten, könnte eine überschlägige rechnerische Gesamtbetrachtung weiterhelfen.
Trifft man folgende (vereinfachte, ggf. anzupassende) Annahmen:
Lebenserwartung: 25 Jahre - Beitragsanstieg in dieser Zeit von aktuell ca. 10.000 €/a auf am Ende 30.000 €/a – langfristige Einpendelung der Selbstkostenquote von derzeit wie geschildert 25% (1000 € von 4000 €) auf im Mittel 50%;
dann
ergeben sich mit dem aktuellen Tarif (Aktimed Plus 100) 500.000 € künftige Beiträge, von denen im günstigsten Fall (d.h. alle Jahre wie die letzten) 200.000 € (= 40%) zurückerstattet werden. Bringt die Zukunft anderseits z.B. 10 Jahre, in denen die entstandenen Kosten über der Rückerstattung liegen, würden nur für die anderen 15 Jahre Rückerstattungen geleistet. Beträgt die mittlere Rückerstattung dabei 20%, kann in grober Näherung der Durchschnittswert der jährlichen Rückerstattung auf 12% angesetzt werden (15/25 x 20%). Damit ergäbe sich eine Gesamtrückerstattung von überschlägig 60.000 €. Bei der angenommenen mittleren Selbstkostenquote von 50% ergäbe sich somit ein Rückerstattungsüberschuß zwischen 30.000 € und 100.000 €.
Vereinbarst Du alternativ eine fixe Selbstbeteiligung von z.B. 4000 €, führte dies über 25 Jahre zu einer Gesamtselbstbeteiligung von 100.000 €; bei einer Selbstkostenquote von 50% ergäbe sich damit im günstigen Fall ein Selbstbeteiligungsüberschuß von 50.000 €. Bringt die Zukunft indes wieder 10 Jahre, in denen die entstandenen Kosten über dem Selbstbehalt liegen Rückerstattung liegen, würde sich der Selbstbeteiligungsüberschuß auf 30.000 € verringern (d.h. um 10 x 2000 €).
Bedenkenswert könnte noch ein anderer Aspekt sein: ein Tarif mit dynamischer Rückerstattung dürfte einem anderen Versichertenkollektiv zugeordnet sein als ein Tarif mit fixer Selbstbeteiligung. D.h. es stellt sich die Frage, welches Kollektiv das langfristig geringere Kosten verursachende ist.
Trifft man folgende (vereinfachte, ggf. anzupassende) Annahmen:
Lebenserwartung: 25 Jahre - Beitragsanstieg in dieser Zeit von aktuell ca. 10.000 €/a auf am Ende 30.000 €/a – langfristige Einpendelung der Selbstkostenquote von derzeit wie geschildert 25% (1000 € von 4000 €) auf im Mittel 50%;
dann
ergeben sich mit dem aktuellen Tarif (Aktimed Plus 100) 500.000 € künftige Beiträge, von denen im günstigsten Fall (d.h. alle Jahre wie die letzten) 200.000 € (= 40%) zurückerstattet werden. Bringt die Zukunft anderseits z.B. 10 Jahre, in denen die entstandenen Kosten über der Rückerstattung liegen, würden nur für die anderen 15 Jahre Rückerstattungen geleistet. Beträgt die mittlere Rückerstattung dabei 20%, kann in grober Näherung der Durchschnittswert der jährlichen Rückerstattung auf 12% angesetzt werden (15/25 x 20%). Damit ergäbe sich eine Gesamtrückerstattung von überschlägig 60.000 €. Bei der angenommenen mittleren Selbstkostenquote von 50% ergäbe sich somit ein Rückerstattungsüberschuß zwischen 30.000 € und 100.000 €.
Vereinbarst Du alternativ eine fixe Selbstbeteiligung von z.B. 4000 €, führte dies über 25 Jahre zu einer Gesamtselbstbeteiligung von 100.000 €; bei einer Selbstkostenquote von 50% ergäbe sich damit im günstigen Fall ein Selbstbeteiligungsüberschuß von 50.000 €. Bringt die Zukunft indes wieder 10 Jahre, in denen die entstandenen Kosten über dem Selbstbehalt liegen Rückerstattung liegen, würde sich der Selbstbeteiligungsüberschuß auf 30.000 € verringern (d.h. um 10 x 2000 €).
Bedenkenswert könnte noch ein anderer Aspekt sein: ein Tarif mit dynamischer Rückerstattung dürfte einem anderen Versichertenkollektiv zugeordnet sein als ein Tarif mit fixer Selbstbeteiligung. D.h. es stellt sich die Frage, welches Kollektiv das langfristig geringere Kosten verursachende ist.
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micha_hensel
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Re: Tarifoptimierung über Dienstleister ?
@triton860
bei der Allianz kann ich nicht beides, Rechnungen einreichen und den Bonus erhalten. Ich muss mich für eins entscheiden. Wenn ich mit meinen Gesundheitskosten über 4150€ komme, kann ich sie einreichen, verzichte aber dann komplett auf die Rückerstattung und beginne dann im nächsten Jahr wieder bei 15 %.
@Quentin
Ich denke der beste Weg, mit/ohne hohen Selbstbehalt ich schwierig verherzusehen und zu berechnen.
Habe aktuell gelesen, dass es zur Beitragsrückerstattung bei der Allianz eine Verschlechterung gibt.
Ab 2026 gilt für viele Tarife bei der erfolgsabhängigen Komponente statt der bisherigen Staffelung 15–20–25–30 nur noch 10–15–20.
bei der Allianz kann ich nicht beides, Rechnungen einreichen und den Bonus erhalten. Ich muss mich für eins entscheiden. Wenn ich mit meinen Gesundheitskosten über 4150€ komme, kann ich sie einreichen, verzichte aber dann komplett auf die Rückerstattung und beginne dann im nächsten Jahr wieder bei 15 %.
@Quentin
Ich denke der beste Weg, mit/ohne hohen Selbstbehalt ich schwierig verherzusehen und zu berechnen.
Habe aktuell gelesen, dass es zur Beitragsrückerstattung bei der Allianz eine Verschlechterung gibt.
Ab 2026 gilt für viele Tarife bei der erfolgsabhängigen Komponente statt der bisherigen Staffelung 15–20–25–30 nur noch 10–15–20.
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eastman
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Re: Tarifoptimierung über Dienstleister ?
Bei der Allianz anzufragen dürfte die wenigsten Erkenntnispunkte bringen.
Die Beitragsrückerstattung bei Nichteinreichung läuft seit Jahrzehnten unter dem Level " Schäden zurückkaufen". Im Schnitt bekommen 3/4 der
Versicherten sowas nicht, der Versicherer "verliert" Beiträge, die "Beschenkten" fühlen sich auch veralbert, wenn sie trotz Beitragsrückerstattung
dennoch regelmäßig xl-Erhöhungen bekommen.
KV optimal präsentiert sieht den Bisex-Tarif AktivMed Plus 100 auf ihrer Homepage wahrscheinlich standardmäßig als schwierig...irgendwie sollten Empfehlungen vielleicht doch konsistenter sein... Mit der Kombination "ehemals" Vereinte, die dann - faktisch insolvent- von der Allianz übernommen wurde, sind die Möglichkeiten irgendwie limitiert. Der Altbestand der Vereinten hat ja auch das Wechselfenster in die (korrekt kalkulierten) Tarife
der Allianz Kranken...also ich hätte da auch meine liebe Müh und Not, eine Empfehlung auszusprechen. Tendenz - 500 € reicht nicht als SB..., um in ruhigere Gewässer zu kommen.
Die Beitragsrückerstattung bei Nichteinreichung läuft seit Jahrzehnten unter dem Level " Schäden zurückkaufen". Im Schnitt bekommen 3/4 der
Versicherten sowas nicht, der Versicherer "verliert" Beiträge, die "Beschenkten" fühlen sich auch veralbert, wenn sie trotz Beitragsrückerstattung
dennoch regelmäßig xl-Erhöhungen bekommen.
KV optimal präsentiert sieht den Bisex-Tarif AktivMed Plus 100 auf ihrer Homepage wahrscheinlich standardmäßig als schwierig...irgendwie sollten Empfehlungen vielleicht doch konsistenter sein... Mit der Kombination "ehemals" Vereinte, die dann - faktisch insolvent- von der Allianz übernommen wurde, sind die Möglichkeiten irgendwie limitiert. Der Altbestand der Vereinten hat ja auch das Wechselfenster in die (korrekt kalkulierten) Tarife
der Allianz Kranken...also ich hätte da auch meine liebe Müh und Not, eine Empfehlung auszusprechen. Tendenz - 500 € reicht nicht als SB..., um in ruhigere Gewässer zu kommen.
Re: Tarifoptimierung über Dienstleister ?
@eastman: wie meistens schreibst Du Dinge, die der durchschnittliche PKV-Versicherte nicht versteht. Dies ist ein Forum für Laien bzw. gut informierte Laien.
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eastman
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Re: Tarifoptimierung über Dienstleister ?
Ja.
In leicht: die Vereinte war tot. Laxe Annahmepolitik, optimistische Tarifkalkulation, hohe Eigenkosten, bescheidene Erfolge in der Geldanlage.
Die Versicherten der Vereinten leben noch mehrheitlich.
Besser?
In leicht: die Vereinte war tot. Laxe Annahmepolitik, optimistische Tarifkalkulation, hohe Eigenkosten, bescheidene Erfolge in der Geldanlage.
Die Versicherten der Vereinten leben noch mehrheitlich.
Besser?
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eastman
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Re: Tarifoptimierung über Dienstleister ?
In meiner Erinnerung 5.größter Krankenversicherer.
Re: Tarifoptimierung über Dienstleister ?
Der Altbestand der Vereinten hat ja auch das Wechselfenster in die (korrekt kalkulierten) Tarife
der Allianz Kranken
Der Punkt ist für die Betroffenen wahrscheinlich der interessanteste.
Wie ist das denn mit dem Wechselfenster in Allianz Tarife?
Gab es eins, gibt es eins, wird es eines geben?
Eine frühere Kollegin war übrigens bei der Vereinten, und damals wesentlich zufriedener als nach der Übernahme durch die Allianz.
Die waren wohl nicht nur laxer, sondern auch allgemein kulanter.
Irgendwie erinnert mich die Story an meine eigene Geschichte mit Mannheimer/Continentale.
Die Mannheimer hat auch vieles falsch gemacht, aber sie war sehr kulant. Das kann man von der Conti so nicht sagen.
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eastman
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Re: Tarifoptimierung über Dienstleister ?
Die Conti war in ihren Alt-Tarifen auch kulant. Meine ganz persönliche Einstellung: Kulanz muss man auch irgendwie einpreisen.
Das hat weder die Continentale noch die Debeka noch die Mannheimer je gemacht- weil es ja faktisch auch nicht geht. Wenn
ich eine Lösung dafür wüsste, würde ich sie hier teilen. Hab ich aber nicht. Die Mannheimer wollte die kritische Größe der
Vollversicherten erreichen (Manche behaupten, 25.000 würden reichen, Andere schreiben von 50.000) - wie es endete...
Nochmal zum Thema Allianz und Vereinte Versicherte:
§204 VVG gilt natürlich auch für die Allianz. Man wollte auch in der PKV Marktführer werden, sich aber auch die Mühe ersparen,
einen eigenen Bestand aufzubauen, auch deshalb - Vereinte-Bestand übernehmen. Nach eigenen (internen) Aussagen hat
man "das Problem" Altbestände mit Fehlkalkulation völlig unterschätzt. Gegenüber potentiellen Neukunden fuhr man
irgendwann eine völlig rigorose Annahmepolitik, wie sie so wirklich kein anderes PKV-Unternehmen praktizierte - so wuchs
man langsamer, aber ohne potentielle "neue Leichen" (sorry für diese falsche Begrifflichkeit). Aber: die "schönen neuen Tarife"
wurdenauch dadurch verdorben, dass Versicherte aus den Vereinten-Tarifen in diese gewechselt haben - mit ihrem Rechnungsverhalten
(und Kulanz) und ihren zu geringen Rückstellungen - wie beim Wettrennen zwischen Hase und Igel. Der Geschäftsbericht von 2024
zeigt das auch: Beitragseinnahmen um 4,1% gestiegen - Rechnungen um 6,2% gestiegen. Verwaltungskosten um 12,1% reduziert.
Abschlusskosten leicht gestiegen (mehr Neugeschäft), Rohergebnis vor Steuern um 29,6% eingebrochen, Eigenkapital 10,2%
weniger. Zahlen müssen natürlich auch interpretiert werden.
Und unter dieser Maßgabe dann Tarife optimieren....
Das hat weder die Continentale noch die Debeka noch die Mannheimer je gemacht- weil es ja faktisch auch nicht geht. Wenn
ich eine Lösung dafür wüsste, würde ich sie hier teilen. Hab ich aber nicht. Die Mannheimer wollte die kritische Größe der
Vollversicherten erreichen (Manche behaupten, 25.000 würden reichen, Andere schreiben von 50.000) - wie es endete...
Nochmal zum Thema Allianz und Vereinte Versicherte:
§204 VVG gilt natürlich auch für die Allianz. Man wollte auch in der PKV Marktführer werden, sich aber auch die Mühe ersparen,
einen eigenen Bestand aufzubauen, auch deshalb - Vereinte-Bestand übernehmen. Nach eigenen (internen) Aussagen hat
man "das Problem" Altbestände mit Fehlkalkulation völlig unterschätzt. Gegenüber potentiellen Neukunden fuhr man
irgendwann eine völlig rigorose Annahmepolitik, wie sie so wirklich kein anderes PKV-Unternehmen praktizierte - so wuchs
man langsamer, aber ohne potentielle "neue Leichen" (sorry für diese falsche Begrifflichkeit). Aber: die "schönen neuen Tarife"
wurdenauch dadurch verdorben, dass Versicherte aus den Vereinten-Tarifen in diese gewechselt haben - mit ihrem Rechnungsverhalten
(und Kulanz) und ihren zu geringen Rückstellungen - wie beim Wettrennen zwischen Hase und Igel. Der Geschäftsbericht von 2024
zeigt das auch: Beitragseinnahmen um 4,1% gestiegen - Rechnungen um 6,2% gestiegen. Verwaltungskosten um 12,1% reduziert.
Abschlusskosten leicht gestiegen (mehr Neugeschäft), Rohergebnis vor Steuern um 29,6% eingebrochen, Eigenkapital 10,2%
weniger. Zahlen müssen natürlich auch interpretiert werden.
Und unter dieser Maßgabe dann Tarife optimieren....
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micha_hensel
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Re: Tarifoptimierung über Dienstleister ?
Ja, die Zahlen aus 2024 sehen nicht besonders gut aus. Umso gespannter bin ich auf den Geschäftsbericht 2025.
Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann, ist, warum die PKVen diese extreme Tarifdschungel weiterhin aufrechterhalten. Wäre es für die Versicherer nicht sogar günstiger, die Vielzahl der Tarife zu reduzieren und diese solide – und auch im Sinne der Kunden – zu kalkulieren?
Größere Kohorten würden die Kosten auf mehr Versicherte verteilen und damit stabiler machen.
Wenn die Allianz gleichzeitig behauptet, besonders kundenfreundlich zu sein, kann ich darüber nur schmunzeln.
Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann, ist, warum die PKVen diese extreme Tarifdschungel weiterhin aufrechterhalten. Wäre es für die Versicherer nicht sogar günstiger, die Vielzahl der Tarife zu reduzieren und diese solide – und auch im Sinne der Kunden – zu kalkulieren?
Größere Kohorten würden die Kosten auf mehr Versicherte verteilen und damit stabiler machen.
Wenn die Allianz gleichzeitig behauptet, besonders kundenfreundlich zu sein, kann ich darüber nur schmunzeln.
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eastman
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Re: Tarifoptimierung über Dienstleister ?
Mit dieser Fragestellung haben Sie nun aber genau das Problem identifiziert: geht nicht - Vertrag ist Vertrag, ein einmal angebotener Tarif - wie unglücklich der auch immer formuliert wurde und lief - muss weitergeführt werden, bis der letzte "Insasse" weg ist - denken Sie an die tarif-und altersgruppengebundenen Alterungsrückstellungen. Wenn der Vorstand erklären muss, wie das schwächelnde Neugeschäft angekurbelt werden kann, gab es doch bei den Meisten nur eine reflexartige Handlung: ein neuer Tarif muss her. Ähnlich den Mc Kensey- Unternehmensberatern. Wenn die in eine schwächelnde Firma kommen, können Sie denen auch den Mund verbieten, weil Sie wissen, was kommt: die unternehmenseigenen Kosten müssen runter (um jeden Preis!). Die Allianz war jetzt nicht übermäßig hektisch mit der Einführung von neuen Tarifen. Aber die haben eben auch die Vereinte mit der Vielzahl von Alttarifen im Nacken und hatten eine Lernkurve.
Was Sie als Versicherer THEORETISCH tun können - so eine Art soft-landing, mit dem Sie Altversicherte bei Wechselanfragen gezielt verweisen. Da gibt es aber mind. EINE kleine Schwierigkeit: der Versicherte wird in aller Regel nur wechseln, wenn er einen Beitragsvorteil aus dem Wechsel zieht. Betreiben Sie das als Versicherer wirklich flächig, sinken aber Ihre Gesamteinnahmen, wenn nicht zur selben Zeit Ihr Neugeschäft explodiert. Und schon
haben Sie wieder Erklärungsbedarf gegenüber wem auch immer...
Was Sie als Versicherer THEORETISCH tun können - so eine Art soft-landing, mit dem Sie Altversicherte bei Wechselanfragen gezielt verweisen. Da gibt es aber mind. EINE kleine Schwierigkeit: der Versicherte wird in aller Regel nur wechseln, wenn er einen Beitragsvorteil aus dem Wechsel zieht. Betreiben Sie das als Versicherer wirklich flächig, sinken aber Ihre Gesamteinnahmen, wenn nicht zur selben Zeit Ihr Neugeschäft explodiert. Und schon
haben Sie wieder Erklärungsbedarf gegenüber wem auch immer...
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