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Reduzierung Beitragsrückerstattung Hallesche
Verfasst: 27.05.2026, 15:59
von Mocy
Hallo,
Sven Hennig schreibt in seinem Blog über die weitere Senkung der Beitragsrückerstattung bei der Halleschen:
https://www.online-pkv.de/pkv-bu-blog/hallesche-beitragsrueckerstattung-aenderungen-ab-2026/Mit dieser wurde die Beitragsrückerstattung (ab 2 Jahre Leistungsfreiheit) um ca. 60 % gesenkt über 2 Jahre. Seit 3 Jahren habe ich eine Vollversicherung dort und bin davon etwas angekäst.
Mich stört weniger, dass ich jetzt weniger Rückerstattung bekomme, sondern ich sorge mich um langfristige Auswirkungen dieser Maßnahme. Ich habe mich sehr bewusst für einen Tarif mit starken Anreizen für Kostenminimierung entschieden, in der Hoffnung, dass dies entsprechend auf mein Kollektiv wirkt. Wenn jetzt ein wichtiger Anreiz so dezimiert wird, dürfte das jedoch langfristig dafür sorgen, dass sich Versicherte weniger diszipliniert verhalten und die langfristige Preisstabilität gefährdet ist. Ärgerlich ist, dass sich damit der Character des Produktes meiner Wahrnehmung nach ändert.
Seht ihr das auch so? Oder verstehe ich da etwas falsch...
Grüße,
Mocy
Re: Reduzierung Beitragsrückerstattung Hallesche
Verfasst: 28.05.2026, 09:30
von eastman
Wenn ein Versicherer sich entscheidet, ein (möglicherweise) sehr verkaufsrelevantes Element wie die Beitragsrückerstattung zu beschneiden, hat das ja Gründe. Weil ich spontan plötzlichen Reichtum und Erreichung aller Vertriebsziele ausschließen mag, bleibt als Grund: die Ursprungskalkulation (auch Ihr Kaufmotiv) ist nicht aufgegangen, es MUSS nachjustiert werden. Im Durchschnitt der Versicherer bekommen 75% der Versicherten die Beitragsrück-erstattung NICHT - damit dürfte die Relevanz der Kollektivwirkung hinsichtlich Sparsamkeit eingeschränkt sein.
In meiner Wahrnehmung setzt ein langjährig Versicherter den Fokus eher auf wirksamste Behandlung seine Beschwerden und nicht auf (relative) Preisstabilität. So glaube ich, der Markt arbeitet "gegen" Sie....
Re: Reduzierung Beitragsrückerstattung Hallesche
Verfasst: 30.06.2026, 13:28
von mterrahe
Ich finde, du hast es ziemlich gut auf den Punkt gebracht.
Ich bin seit über 20 Jahren bei der Halleschen versichert und habe in dieser Zeit – bis auf ein paar Blutuntersuchungs-Gutscheine – keine Arztrechnungen eingereicht. Notwendige Behandlungen beim Zahnarzt und dergleichen habe ich aus eigener Tasche bezahlt.
Die reduzierte Beitragsrückerstattung empfinde ich als Schock. Sie war bei Vertragsabschluss ein entscheidendes Argument und kostet mich nun über 1.100 Euro – eine faktische Verteuerung von 15 Prozent.
Andererseits sehe ich darin auch etwas Positives: Da der Anreiz zur Vorbeugung nun wegfällt, werde ich ärztliche Leistungen künftig vollumfänglich in Anspruch nehmen, wenn es mir nicht gut geht – statt erst Hausmittel zu versuchen oder durch schonende Lebensweise vorzubeugen. Vielleicht rettet mir das sogar das Leben, weil ich frühzeitig zum Arzt gehe.
Re: Reduzierung Beitragsrückerstattung Hallesche
Verfasst: 02.07.2026, 17:07
von Chrischan
Diese Beitragsrückerstattung (eBRE) ist halt nicht garantiert, das weiß man doch vorher.
Was dein zukünftiges Vorhaben (wenn es andere auch so handhaben) auslöst, kannst du dir ja auch denken. Damit tust du dir (beitragstechnisch) garantiert nichts Gutes, wenn du nun die moral hazard walten lässt.
Re: Reduzierung Beitragsrückerstattung Hallesche
Verfasst: 03.07.2026, 16:27
von ZfT
Chrischan hat geschrieben:Was dein zukünftiges Vorhaben (wenn es andere auch so handhaben) auslöst, kannst du dir ja auch denken. Damit tust du dir (beitragstechnisch) garantiert nichts Gutes, wenn du nun die moral hazard walten lässt.
Schon klar, aber umgekehrt betrachtet sollte die Versicherung dafür auch Anreize schaffen ( = attraktive Beitragsrückerstattung)
Die Barmenia hat übrigens ganz still und leise die BRE ebenfalls gekürzt, was mich als VN, der noch nie was eingereicht hat, auch ziemlich ärgert. So fördert man nicht gerade kostenbewusstes Verhalten.
Re: Reduzierung Beitragsrückerstattung Hallesche
Verfasst: 03.07.2026, 19:09
von Chrischan
Vllt. sollte man dann lieber in einen Tarif mit (hohem) SB gehen, wenn man gleichgesinnte Versicherte mit "kostenbewussten Verhalten" sucht.
Re: Reduzierung Beitragsrückerstattung Hallesche
Verfasst: 03.07.2026, 23:19
von PKV_Abwägender
@Chrischan:
Ein Tarif mit einer höheren SB ist doch niemals ein Ersatz für verlorengegangene Beitrags-Rückerstattungen bei Leistungsfreiheit.
Es bietet sowieso nicht jede Vers.-Gesellschaft Tarife, bei denen man mal gerade eben bei sonst gleichen Tarifmerkmalen in eine höhere SB wechseln kann.
Ich bin absolut bei @Mocy und @ZfT. Eine Reduzierung der BRE ist eine üble Sache. Natürlich ist eine Rückerstattung nicht garantiert oder in Stein gemeißelt, aber es war früher so, dass PKV-Gesellschaften (jedenfalls einige) über viele Jahrzehnte (!!) ihre BRE konstant hielten.
Das war zumindest bei meiner PKV schon so, dass damit von den PKV-Vertretern für einen Abschluss sogar als so gut wie sicher geworben werden konnte. Also fast schon ein Tarif-Merkmal.
Meine BRE wurde als Beispiel seit meinem Eintritt in die PKV nach meiner festen Erinnerung über mehr als 30 Jahre nicht reduziert, bis es nun vor wenigen Jahren auf einmal anders aussah.
Anscheinend wissen manche PKV-Vertreter (zumindest der jüngeren Generation) davon heute nichts mehr oder wollen es auch gar nicht mehr wissen.
Und nein, dass eine BRE-Reduzierung „gut“ für die Gesundheit sein könnte, wie Du, @mterrahe, hier herum phantasierst, gehört in die Rubrik „totaler Blödsinn“. Oder Du hast das nicht genügend als Ironie gekennzeichnet. Wenn ich krank bin, gehe ich zum Arzt und denke doch nicht an eine BRE.
Wenn die Kalkulation eines Versicherungs-Unternehmens nicht aufgeht, dann ist es doch für einen Arbeitnehmer (mit einem Arbeitgeber) immer noch weit besser, der Tarifbeitrag wird entsprechend erhöht, als die BRE zu reduzieren. Den Beitrag zahlt der Arbeitgeber bis zur Höchstgrenze zur Hälfte, von einer verlorenen BRE weiß er dagegen nichts. Für manche Rentner, wenn auch wenige, gilt das Gleiche (mit dem Zuschuss der DRV).
Nur haben natürlich die wohl meisten Versicherer in den letzten Jahren ohnehin schon so massiv die Tarifbeiträge erhöht, dass es in den Medien noch mehr als so schon noch gewaltiger hochkochen würde. Es stinkt auch jetzt schon gewaltig.
Damit sich junge Leute mit der PKV anfreunden können, wäre es für die PKV aber trotzdem besser, wenn die Tarifbeiträge nochmals entsprechend höher wären, aber die BRE wäre unverändert. Die PKV-Gesellschaften brauchen Neuzugänge. Die entsprechenden Gesellschaften, die mit der BRE unverantwortlich herum jonglieren und Anreize einfach wegschleifen, statt wenigstens hier auf einigermaßen Konstanz zu setzen, schaden sich nur selbst.
Und den Bestandsversicherten sowieso. Keine gute Werbung für die PKV.
Re: Reduzierung Beitragsrückerstattung Hallesche
Verfasst: 05.07.2026, 14:28
von Chrischan
PKV_Abwägender hat geschrieben:@Chrischan:
Ein Tarif mit einer höheren SB ist doch niemals ein Ersatz für verlorengegangene Beitrags-Rückerstattungen bei Leistungsfreiheit.
Habe ich auch gar nicht gesagt... Bitte nochmal genau lesen.
Und natürlich kann man nur in eine höhere SB-Stufe wechseln, wenn der VR auch entsprechend im Tarif eine solche (höhere) anbietet, vollkommen logisch.
Im Übrigen gibts auch PKV-Tarife mit garantierter BRE, vllt. sollte (oder hätte) man dann sowas abschließen, wenn einem die BRE so wichtig ist und keine erfolgsabhängige BRE... Die Aufregung später resultiert doch ganz nüchtern, weil man sich anfangs nicht ausreichend mit der PKV-Tarifwahl, Bedingungen, usw. beschäftigt hat bzw. aufgeklärt wurde.
Re: Reduzierung Beitragsrückerstattung Hallesche
Verfasst: 05.07.2026, 21:33
von GS
Hallo zusammen.
ZfT hat geschrieben:
Die Barmenia hat übrigens ganz still und leise die BRE ebenfalls gekürzt, was mich als VN, der noch nie was eingereicht hat, auch ziemlich ärgert. So fördert man nicht gerade kostenbewusstes Verhalten.
Wie ist
das zu verstehen? Du bist in das betreffende Versicherungsjahr (z.B. Kalenderjahr 2025) gestartet, für das die Barmenia die Kürzung der BRE beschlossen hat, und sie hat dir das vor dem (z. B.) 1.1.2025 nicht schriftlich oder zumindest in Textform mitgeteilt?
Im übrigen: Dem, was @Crischan zur BRE und ihrer Bedeutung, Bewertung u.ä. geschrieben hat, stimme ich ganz weitgehend zu. Die (erfolgsabhängige) BRE ist eine ganze Strecke lang, gern auch über drei oder vier Jahrzehnte, ein Ding, was man gerne mitnimmt. Aber irgendwann verwelkt auch der schönste Blumenstrauß, auch wenn nicht am Wasser gespart wird. Dann liegt das eben am Inhalt der Vase. Der wird schließlich nicht jünger.
Wird das nachzugießende Wasser aber schon vorher knapper und muss - wegen vorhandener Prioritäten - rationiert werden, verwelkt der Strauß auch, ohne dass es diesmal primär am Inhalt der Vase liegt. Der mag sich darüber ärgern, aber davon gibts nicht mehr Wasser. Und gewusst hat er das auch schon vorher - oder hätte es zumindest wissen können.
Für diesen Exkurs ins Florale um Nachsehen bittet
GS

Re: Reduzierung Beitragsrückerstattung Hallesche
Verfasst: 05.07.2026, 21:48
von Racer76
Ich kann es verstehen, wenn man angekäst ist, wenn "auf einmal" Leistungen (hier BRE) gekürzt oder auch Grenzen (hier SB) erhöht werden. Das kann individuell schon einiges ausmachen.
Wird dadurch die Disziplin im Kollektiv besser oder schlechter? Auch ich denke eher nein, warum? Lasse ich mich im Dezember noch schnell impfen, weil ich schon über der BRE liege? Oder lasse ich mir noch schnell einen Zahn überkronen, weil die SB schon überschritten ist?
Ja, es mag Leute geben, die Vorsorgeuntersuchungen, PZRen usw. möglicherweise derart "optimieren". Aber das muss - wenn man schon so weit geht - auch gut gerechnet werden, da die Boni über 6 Jahre steigen. Damit müsste man wiederum im Jahr X ein ganzes Stück über die BRE kommen, damit es sich "lohnt" einzureichen (das ist am Ende dieselbe "Problemstellung" wie bei der Kaskoversicherung beim Auto mit der Einstufung nach einem Unfall: bis wann "lohnt" es sich den Schaden selbst zu bezahlen). Denn nach einer Einreichung im Jahr X muss man ja BRE technisch wieder auf Los.
Re: Reduzierung Beitragsrückerstattung Hallesche
Verfasst: 05.07.2026, 21:55
von Racer76
Man könnte das Pferd sogar anders herum aufzäumen. Habe ich in so einem Kollektiv ganz viele Mitglieder, die nur auf die BRE schauen, mag das kurz- und vielleicht mittelfristig gut für die Beitragsentwicklung sein. Sparen sich die Mitglieder jedoch langfristig auf diese Weise (sinnvolle) Vorsorgeuntersuchungen oder Kontrollen, könnte sich dies am Ende eher negativ auf die Beiträge auswirken.
Re: Reduzierung Beitragsrückerstattung Hallesche
Verfasst: 05.07.2026, 23:15
von GS
Racer76 schreibt:
Man könnte das Pferd sogar anders herum aufzäumen. Habe ich in so einem Kollektiv ganz viele Mitglieder, die nur auf die BRE schauen, mag das kurz- und vielleicht mittelfristig gut für die Beitragsentwicklung sein. Sparen sich die Mitglieder jedoch langfristig auf diese Weise (sinnvolle) Vorsorgeuntersuchungen oder Kontrollen, könnte sich dies am Ende eher negativ auf die Beiträge auswirken.
Ersetze den Konjunk- durch den Indikativ, und Du könntest auf der richtigen Spur sein.
Manche haben das Prinzip der BRE nicht wirklich verstanden. Sie verbietet es ja niemandem, wenn es an der Zeit ist, zum Arzt zu gehen. Niemand ist gezwungen, mit einer Arztrechnung zur Unzeit beim Versicherer anzuklopfen. Man darf sie auch selbst berappen, wenn man sich dadurch die (per saldo höhere) BRE-Auszahlung im nächsten Jahr sichert. Diese lapidare Erkenntnis schafft es halt nicht in jeden Schädel. Jedenfalls nicht auf Anhieb.
Re: Reduzierung Beitragsrückerstattung Hallesche
Verfasst: 16.07.2026, 17:55
von Mocy
Hallo,
ich nehme das mal so auf, als dass andere Betroffene das durchaus ähnlich sehen. Vielleicht ist geteiltes Leid ja halbes Leid...
Dass die Beitragsrückerstattung ein Anreiz zu kostenbewusstem Verhalten ist – ähnlich einem Selbstbehalt –, ist kaum plausibel zu bestreiten. Dass einen die BRE nicht davon abhalten sollte, seinen Herzinfarkt behandeln zu lassen, ist aber auch klar.
In manchen Tarifen hat die Hallesche drei Jahre in Folge die Beiträge erhöht, in meinem zwei Jahre. Vielleicht ist der Wunsch, dieses Jahr mit weniger Erhöhungen auszukommen, auch ein Grund für das Management in Bezug auf die BRE das Ruder so hart herumzureißen. Wir werden sehen.
Freundliche Grüße,
Mocy
Re: Reduzierung Beitragsrückerstattung Hallesche
Verfasst: 18.07.2026, 17:39
von Racer76
Die Frage ist halt, wie man sich als Patient kostenbewusst verhält.
Ich persönlich habe mir über die Jahre Ärzte in den Fachbereichen gesucht, die gut behandeln und faire Rechnungen schreiben. Also nicht gleich immer sofort den 3,5-fachen Satz abrechnen für jeden Furz. Da bin ich hauptsächlich bei Privatpraxen hängen geblieben. So habe ich z.B. direkt einen Zahnarzt "ausgesiebt", der mir erzählt hat, dass er für PKV Versicherte mehr für die PZR nimmt, weil das ja eh die Versicherung bezahlt. Das ist aus meiner Sicht ein kostenbewusstes Handeln.
Aber: so hat man dennoch nur sehr begrenzte Möglichkeiten. Denn ich gehe halt zum Arzt, wenn es sein muss. In einem Jahr kommt weniger, im anderen mehr. Da schaue ich am Ende nicht, ob ich einen SB habe oder nicht. Aber ja, der SB oder BRE scheint wohl den einen oder anderen zu veranlassen, zumindest zu Beginn des Versicherungsjahres den Arztbesuch zu überdenken. Ob das am Ende die breite Masse ist, keine Ahnung. In jungen Jahren bestimmt, mit fortschreitendem Alter immer weniger, da dann immer mehr Vorsorgeuntersuchungen, Erkrankungen usw. anstehen bzw. dazukommen.
Re: Reduzierung Beitragsrückerstattung Hallesche
Verfasst: 20.07.2026, 01:26
von PKV_Abwägender
Racer, was hast Du jetzt eigentlich gesagt?
Ich habe keine Ahnung.
Du hast also im Laufe der Zeit eine größere Sammlung an Ärzten in sämtlichen Fachbereichen durch, die Dich gut behandelt haben und auch noch gescheite Rechnungen schreiben, so dass Du in allen Bereichen vergleichen kannst. Aha!
Es gibt viele Städte, da nehmen auch Hausärzte keine neuen Patienten mehr auf. Wie ich da auf eine Sammlung an zu beurteilende Ärzte kommen soll, wüsste ich nicht. Schon gar nicht, wie ich eine „gute Behandlung“ erkennen soll; das scheinst Du dagegen gut drauf zu haben.
Ich nehme auch von Dir mal nicht an, dass Du ein Hypochonder bist, so dass mir auch das Thema „Fachbereiche“ reichlich unglaubwürdig erscheint, da es nach dem Plural im Größeren klingt.
Ich habe auch noch nie von einem Zahnarzt gehört, der für eine Zahnreinigung bei der PKV nicht mehr nimmt (als bei GKV-Versicherten, was sicher gemeint ist).
Auch hier gilt für mich, dass Dein angebliches „Aussieben“ solcher Zahnärzte mir mangels Zahnarztmasse nicht möglich ist.
Ich glaube, Du erzählst hier Geschichten aus dem Paulanergarten.