Tarifwechsel - Einsatz einer Vergleichssoftware sinnvoll?

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Quentin
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Tarifwechsel - Einsatz einer Vergleichssoftware sinnvoll?

Beitragvon Quentin » 25.11.2025, 11:21

Hallo Forum,
nach den jüngsten Beitragserhöhungen in letzten zwei Jahren (um insgesamt 45%) muß ich die Möglichkeit eines Tarifwechsels in Betracht ziehen.
Der Versicherer betreibt eine unübersichtliche Anzahl von Tarifen und ich gehe davon aus, daß er mir freiwillig keine wirklich gute Alternative nennt. Ich weiß, daß es eine Vielzahl von Beratungsanbietern gibt, die versprechen, genau hier weiterzuhelfen. Bevorzugt würde ich aber gerne selbst eine Auswahl treffen.
Einige Anbieter bieten dazu Vergleichssoftware an, die - angeblich - mehr oder weniger alle Tarife kennt und darstellen kann. Auf der Seite von KVpro.de findet sich z.B. die Vergleichssoftware KV-Lux.
Zu dem Thema Vergleichssoftware finden sich in diesem Forum ein paar alte Bezüge, die aber nicht weiterhelfen.
Daher meine Frage:
Hat schon einmal jemand die genannte oder einer eine ähnliche Vergleichssoftware genuzt, um mögliche Alternativtrarife zu finden, und wie sind ggf. die Erfahrungen?
Danke für jeden Tip und viele Grüße
Q

triton860
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Re: Tarifwechsel - Einsatz einer Vergleichssoftware sinnvoll?

Beitragvon triton860 » 25.11.2025, 12:08

Hallo,

Ich habe auch die Nutzung einer entsprechenden Software in Betracht gezogen, bin aber wieder davon abgekommen,
weil ich der Sache nicht traue. Eine Software kann keine Fragen beantworten und kennt auch die individuellen Beduerfnisse nicht.
Zusammengefasst ist die Intention ja eher, etwas zu verkaufen...
Das gilt aus meiner Sicht auch fuer einen Vermittler. der sich seine Arbeit extrem gut bezahlen laesst.

Ich habe mich letztendlich selber durch die Tarife gearbeitet und mich auch von meiner PKV beraten lassen.
Letzteres mehrfach, von verschiedenen Mitarbeiter. ( Da gab es durchaus beachtlich Unterschiede in der Motivation :D )
und fuehle mich mit dem Ergebnis schlussendlich auch recht wohl, da nachvollziehbar

Macht natuerlich mehr Muehe...

RolandPKV
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Re: Tarifwechsel - Einsatz einer Vergleichssoftware sinnvoll?

Beitragvon RolandPKV » 25.11.2025, 15:07

Ich glaube, dass der durchschnittliche PKV-Versicherte nicht in der Lage ist, so eine Software sinnvoll zu nutzen. Man muss ja in der Lage sein, die ganzen Informationen zu bewerten. Wenn man es sich aber zutraut, können die 67 Euro für eine Wochenlizenz eine sinnvolle Ausgabe sein.

Quentin
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Re: Tarifwechsel - Einsatz einer Vergleichssoftware sinnvoll?

Beitragvon Quentin » 12.12.2025, 10:34

Nach dem Motto "probieren geht über studieren" habe ich die Vergleichssoftware KV-Lux nun einmal probiert. Hier ein paar subjektive Eindrücke:

Kern der Software ist eine Datenbank mit umfangreichen Daten zu - vermutlich - allen aktuellen Tarifen (ab 2012) aller Anbieter sowie zu einem großen Teil älterer und alter Tarife zurück bis in die 80iger. Gesucht wird ausgehend von selbst definierten Leistungsvorgaben. Dafür stehen vorausgefüllte Masken zur Verfügung, die nach Bedarf abgewandelt werden können. Festgelegt werden kann eine Vielzahl von Kenngrößen. Beispielsweise kann vorgegeben werden, ob Erstattungen bis zur GÖÄ oder auch darüber hinaus erfolgen sollen, ob eine stationäre Pychotherapie abgedeckt sein soll oder ob LASIK-Behandlungen abgedeckt sein sollen. Vorgegeben werden kann auch eine Peisspanne für den Monatsbeitrag oder den Selbstbehalt. Erzeugt wird anschließend eine Ergebnisliste mit infragekommenden Tarifen aller Gesellschaften. Die Ergebnisliste kann nach einzelnen Kenngrößen gefiltert werden, etwa nach Versicherungsgesellschaft und Preis. Alle Leistungen sind zudem mit einer Bewertung von C bis A++ versehen, die die Orientierung erleichtert. Bis zu fünf Tarife können schließlich in einem detaillierten Vergleichsdokument ausgegeben werden. Das Dokument hat Tabellenform und ist gut verständlich.

In einer Abwandlung kann die Suche von einem bestehenden Tarif ausgehen. Dessen Kenngrößen werden in die Suchmaske übernommen und gegebenenfalls für die Suche angepaßt. Preise können bei dieser Suchstrategie allerdings nicht vorgegeben werden und werden auch nicht ausgegeben. Im Ergebnis werden infragekommende Alternativtarife zu dem bestehenden Ausgangstarif dargestellt.

In einem zweiten Suchansatz ist es möglich, manuell das Tarifangebot einer bestimmten Gesellschaft anhand von Eckdaten (Selbstbehalt, Deckungsgenzen, stationäre Unterbringung, Abdeckung von Zahnbehandlungen) zu durchsuchen. Wiederum lassen sich bis zu fünf Tarife in einem Vergleichsdokument ausgeben.

Meine persönliche Bewertung der Software nach dem Versuch wäre diese: Die Software ist für alle, die neu in die PKV eintreten oder zu einer anderen Gesellschaft wecheln möchten, sehr zu empfehlen. Sie ist ausreichend gut zu bedienen und liefert eine hervorragende Entscheidungsgrundlage.

Auch für Eigentarifoptimierer wie mich, die innerhalb einer Gesellschaft nach Alternativen suchen (müssen), ist die Software nützlich. Denn wenn sie auch keine Preise liefert - was ja das eigentliche Ziel ist -, erlaubt sie doch einen ausgezeichneten und vermutlich vollständigen Überblick über alle infragekommendn Ausweichtarife und ihre Abstufungen, vor allem auch solcher aus der alten Bisex-Welt. Die Preise müssen am Ende einzeln selbst erfragt werden - aber nicht anders arbeiten die Wechselberater meines Erachtens auch. Auf jeden Fall ist man für das Gespräch mit seinem Berater oder seiner Gesellschaft gut vorbereitet.

Die kleine Investition bereue ich zumindest nicht.

RolandPKV
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Re: Tarifwechsel - Einsatz einer Vergleichssoftware sinnvoll?

Beitragvon RolandPKV » 12.12.2025, 15:11

Liefert die Software auch Informationen bezüglich der letzten Beitragsanpassung für eine bestimmte Altersgruppe?

Quentin
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Re: Tarifwechsel - Einsatz einer Vergleichssoftware sinnvoll?

Beitragvon Quentin » 13.12.2025, 09:58

@RolandPKV:
Für die Erstellung eines Tarife-Vergleichsdokuments sind zu Beginn Geburtsdatum und Geschlecht anzugeben. In dem Vergleichsdokument kann dann ein Wert für die durchscnittliche Beitragsveränderung über die zurückliegenden 3/5/10 Jahre ausgegeben werden. In einer ergänzenden Ansicht kann die Beitragshistorie der verglichenen Tarife zudem graphisch dargestellt werden. Letztlich wird so eine Information über die letzten Beitragsanpassungen für die duch das Geburtsdatum bestimmte Altersgruppe geliefert.

Für nicht mehr im Verkauf befindliche Alt-Tarife sollten die Zahlen aus meiner Sicht aber mit Vorsicht bewertet werden. Für meinen eigenen Alt-Tarif stimmen sie beispielsweise nicht.

Im Vergleichsdokument werden für Alttarife denn auch keine absoluten Zahlen für Beiträge genannt. Vielmehr wird erläutert, daß solche Zahlen individuell erfragt werden müssen - was mir plausibel erscheint.

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Re: Tarifwechsel - Einsatz einer Vergleichssoftware sinnvoll?

Beitragvon PKVLaie » 29.12.2025, 00:45

Da die Wochenlizenz so günstig ist, habe ich sie mir auch mal gegönnt.
Und mir jetzt viele (ehemalige) Mannheimer Tarife angesehen.
Das ist ja ein ziemlich ausgewachsener Tarifdschungel, der aber möglicherweise auch den einen oder anderen Schatz birgt.

Natürlich kann die Software nicht die individuellen Anrechnungsbeträge aufgrund der Altersrückstellungen brücksichtigen.
Ich habe einfach mal veschiedene Tarife gerechnet, einmal mit meinem aktuellen Alter, und einmal mit meinem Eintrittsalter.
Die Wahrheit sollte dazwischen liegen, hoffentlich eher im Bereich des Eintrittsalters.

Wie auch immer, es gibt da Tarife (insbesondere mit relativ hoher SB, die ab 65 aber halbiert wird) die extrem günstig erscheinen.
Mit extrem günstig meine ich Beiträge im Bereich 200 - 400 EUR, bei insgesamt noch guten Leistungen. Teils ist es Stationär nur Standard, dafür Ambulant top, teils ist es stationär gut, dafür eher kleinere Einschränkungen im ambulanten Bereich.
Und die SB wäre zumindest ab 65 moderat.

Was ich jetzt gerne wüsste: Wie verlässlich sind die Beiträge bei KVLux? Ich weiß um die Problematik mit dem Anrechnungsbetrag, den die Versicherung natürlich nicht explizit rausrückt.
Aber für die jeweiligen Eintrittsalter, sind die genannten Beiträge seriös oder sind das eher Fantasiezahlen?
Hat da jemand Erfahrungen?

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Re: Tarifwechsel - Einsatz einer Vergleichssoftware sinnvoll?

Beitragvon Sariko » 31.12.2025, 09:52

Interessant, wie unterschiedlich die Versicherungen das handhaben - bei meiner steht der Anrechnungsbetrag für jeden Tarifbaustein auf jedem Versicherungsschein und man sieht schön, wie der Jahr für Jahr hoch geht.

Was du machen könntest: Deinen Zahlbeitrag mit dem Beitrag in der Software für denselben Tarif zu Einstiegsalter = dein heutiges Alter vergleichen. Wenn du dann noch um den gesetzlichen Zuschlag bereinigst, hast du deinen Anrechnungsbetrag.

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Re: Tarifwechsel - Einsatz einer Vergleichssoftware sinnvoll?

Beitragvon PKVLaie » 31.12.2025, 16:46

So bin ich auch vorgegangen.
Der Anrechnungsbetrag läge dann bei etwa 300 EUR, kommt mir etwas wenig vor, könnte aber sein.
Aber für einen Tarif wie den VR 100/1500 (Alte Welt) ergäbe sich dann ein Monatsbeitrag von ca. 30 EUR.
Ich habe dann mit meinem damaligen Eintrittsalter gerechnet, da ergäbe sich ein Monatsbeitrag von ca. 140 EUR.
Kann irgendwie nicht sein.
Man muss dazu wissen das der Tarif stationär nur Standard bietet, ambulant und im Zahnbereich aber top ist.
Die SB sind zunächst 1500 EUR, sinkt aber ab 65 auf 750 EUR.
Wäre als Renter also der Knaller.

Bei der nächsten Erhöhung lasse ich mir das mal rechnen, ich bin aber ziemlich sicher, so günstig wird es nicht werden.

Bei welchem Versicherer bist Du denn?

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Re: Tarifwechsel - Einsatz einer Vergleichssoftware sinnvoll?

Beitragvon Sariko » 01.01.2026, 21:55

Ich kenne die Tarife nicht, aber das heißt die Software sagt dir für dein derzeitiges Alter als Tarifbeitrag ca. 330 EUR bei dem VR100/1500? Ist unabhängig vom Alter tatsächlich sehr wenig, aber gibt wohl teilweise solche Tarife.

Ich bin bei der Signal, da gab es auch einen solchen (zu) günstigen Tarif - den KK2. Ist nicht meiner, aber der ist zu 2026 tlw. um das doppelte gestiegen wie man so in Foren und auf Reddit und Linkedin liest. Ist allerdings immernoch im Rahmen nach der Anpassung.

Ich würde bei Tarifwechseln ohne Optionsrechte drauf achten die Leistungen nicht zu arg zu verringern oder den SB zu stark zu erhöhen.. Sonst werden weitere Wechsel schwierig sobald dieser Tarif dann auch im Preis anzieht bzw. man muss im Zweifel die schlechteren Leistungen dann mitnehmen.

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Re: Tarifwechsel - Einsatz einer Vergleichssoftware sinnvoll?

Beitragvon PKVLaie » 03.01.2026, 00:50

Ich muss zugeben, auf die Signal hätte ich mit als letzte getippt.
Ich finde es aber sehr gut, das sie den Anrechnungsbetrag nennen. Bisher hatte ich sowas nur von der Universa gelesen, die einen sehr guten Ruf hat.
Darf ich fragen, wie lange Du da versichert bist, und wie hoch der Anrechnungsbetrag ist?

Was den Wechsel ohne Optionen anbelangt (und bei Optionen ist die Conti nicht sehr kooperativ), da hast Du recht.
Wechselt man später nochmal, muss man realistischerweise mit der Schnittmenge der Leistungen rechnen.

Solange es primät um die SB geht, ist es immerhin hilfreich, das sich diese für die Großschadentarife der Mannheimer ab 65 halbiert.
Da ist es dann nicht so dramatisch, wenn man die SB weiterzahlen muss.

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Re: Tarifwechsel - Einsatz einer Vergleichssoftware sinnvoll?

Beitragvon RolandPKV » 03.01.2026, 09:30

@PKVLaie: ich bin seit 1998 bei der Universa versichert. Ganz am Anfang wurden die gebildeten Alterungsrückstellungen mitgeteilt, seit vielen Jahren aber nicht mehr.

Mir persönlich ist das egal, da ich keinen Tarifwechsel anstrebe.

Sariko
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Re: Tarifwechsel - Einsatz einer Vergleichssoftware sinnvoll?

Beitragvon Sariko » 04.01.2026, 21:56

PKVLaie hat geschrieben:Darf ich fragen, wie lange Du da versichert bist, und wie hoch der Anrechnungsbetrag ist?


Jetzt im 13. Versicherungsjahr ca. 90€ AB. Ging Anfangs so 6€ pro Jahr hoch, zuletzt ~12€. Das delta wird ja immer höher aufgrund steilerer Beitragskurve für Neugeschäftsbeiträge nach Beitragsanpassungen (bzw. AR auf den Mehrbeitrag) und Zinseszins auf bereits gebildete AR.

Im vorhandenen Beitragsentlastungstarif ist es fast exakt der gleiche Wert.


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